Ein Teilnehmerbericht

Du interessierst dich für eine Teilnahme am thyssenkrupp Manager Cup, kannst dir aber noch nicht so recht vorstellen, was dich genau erwarten wird? Du hättest gerne nähere Infos zum voraussichtlichen Schwierigkeitsgrad und der Art der Entscheidungen, die du zu treffen haben wirst? Und wäre es da nicht hilfreich zu erfahren, welche Gedanken und Strategien ehemalige Teilnehmer beim Durchlaufen des Planspiels gehabt haben?

Genau für diesen Fall haben wir dir im Folgenden einen Erlebnisbericht von ehemaligen Teilnehmern zur Verfügung gestellt!


Periode 1: Für welche Strategie entscheiden wir uns?

Zu Beginn des Wettbewerbs geht es darum, die Grundsatz-Strategie für die nächsten Wochen festzulegen: Positionieren wir unser E-Bike als Premium-Produkt oder versuchen wir die Konkurrenz mit günstigen Preisen zu verdrängen? In der Hoffnung steigender Margen haben wir uns für eine Differenzierungsstrategie entschieden, was sich durch eine Erhöhung des Produktpreises und eine Intensivierung der F&E-Aktivitäten konkretisiert.

Besonders schwierig abzuschätzen war aus unserer Sicht die Fertigungsmenge, da nicht klar ist, wie der Markt auf unserer erhöhten Preise reagiert.  Um nicht zu viele Marktanteile zu verlieren, haben wir uns einerseits entschieden, einen Großauftrag anzunehmen und zugleich an der Schraube „Marketing-Ausgaben“ zu drehen.

Ausgehend von einem stabilen Marktwachstum haben wir unterm Strich ein Absatzwachstum erwartet und mussten darauf aufbauend die Produktionsmenge, die Fertigungs-Mitarbeiter und den Anlagenbestand anpassen. Dann hieß es abwarten und Daumen drücken, dass unsere Aktionäre uns treu bleiben! Schließlich bestimmt die Notierung an der Börse, wer nach den vier Spielrunden ins Finale einzieht…

 

Periode 2: Es wird komplexer

Unsere erste Erkenntnis: Wir haben unsere Mitarbeiter in der Produktion überlastet. Mit einer zu dünnen Personaldecke haben wir teure Überstunden und eine hohe Fluktuation verursacht. Unsere Gegenmaßnahmen: Neue Mitarbeiter einstellen und die Produktionskapazitäten durch die Veräußerung veralteter Anlagen anpassen.

Daneben haben wir uns zur Devise gesetzt, unsere Premium-Strategie nachzuschärfen: Neue Optionen in der zweiten Entscheidungsrunde sind dafür u.a. ein Produkt-Relaunch und die Einbestellung von Ökologie-Beratern, da die Kunden eine umweltschonende Herstellung der Bikes honorieren.

Auch auf Ebene der Fertigungsplanung wird der Manager Cup komplexer, da wir die Rohstoff-Beschaffung selbst in die Hand nehmen müssen. In Erwartung steigender Rohstoffpreise haben wir beherzt zugeschlagen.

Alles in allem eine teure Runde für uns. Ob wir trotz der vielen Ausgaben einen Gewinn erzielen können, bleibt fraglich, aber wie heißt es so schön: An der Börse wird die Zukunft gehandelt!

 

Periode 3: Unser Vorstand braucht Struktur!

Die vorletzte Periode steht unter keinem guten Vorzeichen: Mit unserer neuerlichen Preiserhöhung haben wir viele Kunden vergrault, sodass sich zahlreiche E-Bikes in unserem Fertiglager stapeln und Kapital binden. Durch einen Blick in den Marktforschungsbericht lässt sich schnell erkennen, dass wir uns preislich zu sehr von der Konkurrenz entfernt haben.

Zudem stehen zahlreiche neue Entscheidungen an: Auf strategischer Ebene muss entschieden werden, ob wir ein Budget für die Forschung an einem neuartigen E-Bike der zweiten Generation freigeben. Neu ist ebenfalls die Verantwortung für die Finanzierungs- und Dividendenpolitik. Durch Mitarbeiter-Trainings und eine Wertanalyse lässt sich zudem die Produktivität der Fertigung verbessern.

Aufgrund der gestiegenen Komplexität scheint es nicht mehr praktikabel, sich mit allen 6 Team-Mitgliedern in sämtlichen Entscheidungsfeldern zu beraten Nach dem Vorbild echter Aktiengesellschaften haben wir unseren „Vorstand“ funktional unterteilt:

So analysiert beispielsweis unsere Marketing-Expertin die Marktsituation und behält die  Aussagen zur Marktentwicklung im Blick, die wöchentlich vom Orga-Team bereitgestellt werden. Der Produktionsleiter stimmt die Produktionsmenge, Einkaufsmenge und Mitarbeiteranzahl aufeinander ab. Ein Finanzer ermittelt angesichts des erwarteten Cash-Flows den Finanzierungsbedarf.

Einig waren wir uns hingegen bei der Dividende: Mit einer hohen Ausschüttungsquote wollen wir neue Investoren in unseren Anteilsschein locken!

 

Periode 4: Jetzt hilft nur noch ein Wunder

Wir müssen uns realistische Ziele setzen: Für einen Finaleinzug wird es wohl nicht mehr reichen. Um zumindest die Wertung der Fachschaftsräte zu gewinnen, haben wir einen besonderen Blick auf den derzeitigen Spitzenreiter unserer Region geworfen. Auffällig: Rasender Absatz trotz eines weit unterdurchschnittlichen Ökologie-Index. Es liegt der Verdacht nahe, dass bei der Kundschaft letztlich der Geldbeutel das grüne Gewissen besiegt.

Viele Fragen bleiben allerdings auch nach einem Blick auf unsere Konkurrenz offen: Sollen wir auf unserem Endspurt das Ergebnis durch einen Substanzverzehr „dopen“ oder weiterhin in neue Maschinen investieren? Ein wichtiger Hinweis unserer Marketing-Abteilung beantwortet diese Frage: Ein Wettbewerber ist letzte Runde wegen Insolvenz ausgeschieden, sodass wir bereitstehen wollen, Marktanteile zu übernehmen!

Als „Game-Changer“ könnte sich die zweite E-Bike Generation entpuppen – allerdings nicht für uns: In die Entwicklung haben wir bislang kein Geld gesteckt. Es bleibt uns nur zu hoffen, dass der Absatz der alten Generation nicht zu sehr unter der Fahrrad-Neuheit leidet.

Als wahrscheinlich letzte Amtshandlung im thyssenkrupp Manager Cup 2017 beschließen wir erneut eine für unserer Verhältnisse üppige Dividende. Wenngleich wir durchweg schwarze Zahlen schreiben konnten, haben sich einige Unternehmen aus unserer Region noch dynamischer entwickelt. Alles, was unseren Börsenwert jetzt noch treiben könnte: Eine Übernahmephantasie. Wir sind gespannt, was sich die Veranstalter im nächsten Jahr einfallen lassen und freuen uns auf einen zweiten Anlauf!

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